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Let’s build: High-End Solidworks Workstation 2016

Das ist der erste Artikel meiner “Let’s build” Reihe.

Hier stelle ich in unregelmässigen Abständen Computersysteme für verschiedene Einsatzzwecke zusammen. Da ich leider kein unendliches Budget habe, sind dies meistens nicht meine eigenen Computer, sondern solche die ich im Auftrag meiner Kunden (meistens Familie, Freunde oder Bekannte) zusammenstelle.

Diesmal stelle ich eine high-end Solidworks 3D CAD Workstation zusammen. Mein Budget für das Material betrug in diesem Fall maximal 3’000 Schweizer Franken.

 

Intro

Im Netz sehe ich sooo viele Fehlkonfigurationen wenn es um Profi-Anwendungen wie eben Solidworks 3D CAD geht. Leute stellen sich Systeme mit overclocking Speichermodulen mit Gamer-Totenkopf-LED-Kühlkörpern und consumer Grafikkarten zusammen… Dabei wird vergessen dass bei Profi-Anwendungen die Systemstabilität, neben der Performance, das allerwichtigste Kriterium ist. Und Systemstabilität erhält man nicht mit Totenkopf-Kühlkörpern auf übertakteten Speichermodulen, und auch nicht mit Grafikkarten die mit einem Battlefield Produktschlüssel gebundelt sind.

Proffessionelle 3D Anwendungen stützen sich auf getestete bzw. in zusammenarbeit entwickelte und zertifizierte Grafiktreiber. Bei Solidworks im speziellen kann der Grafiktreiber wirklich entscheidend sein. Nur der richtige Treiber schöpft die Performance der Grafikkarte wirklich aus. Ein nicht zertifizierter Treiber hingegen führt zu zahlreichen Anzeigefehlern und Systemabstürzen. Für Profi-Anwendungen zertifizierte Treiber werden nur für ATI/AMDs FirePro oder Nvidias Quadro Serie entwickelt und zur Verfügung gestellt. Diese speziellen Treiber sind auch der Hauptgrund für die hohen Preise dieser Profi-Grafikkarten.

Bei proffessionellen 3D Anwendungen kommt es auch auf die Speicherbandbreite an. Für maximale Performance sollte der Prozessor möglichst viele Speicherkanäle zur Verfügung stellen. Am besten geeignet sind zur Zeit Prozessoren der Intel Xeon E5 Reihe. Diese bieten eine sehr hohe Performance kombiniert mit vier 64-bit breiten Kanälen zum Arbeitsspeicher.

Zudem unterstützen diese Prozessoren RAM Module mit ECC Fehlerkorrektur und auch Registered RAM Module. Denn je mehr Arbeitsspeicher verbaut wird und je länger ein System am Stück läuft, desto anfälliger wird der Arbeitsspeicher für speicherinterne Fehler. Diese Fehler führen oft zu Systemabstürzen oder können dazu führen das Daten korrupiert werden. Manchmal werden CAD Workstations für mehrere Tage oder sogar Wochen nicht ausgeschaltet weil der Aufwand oder die Wartezeit für das erneute Öffnen des Arbeitssets schlicht zu lange dauern würde. Für maximale Systemstabilität bevorzuge ich desswegen Arbeitsspeicher mit Fehlerkorrektur ECC.

Weil Solidworks bei 90% aller Arbeiten nur einen Thread verwendet, ist es sehr wichtig das der Prozessor eine möglichst hohe Basis- und auch Turbo Taktfrequenz besitzt. Wenn man zwischen der Anzahl Prozessorkerne oder einer möglichst hohen Taktfrequenz wählen muss, sollte man isch immer für den Prozessor mit weniger Prozessorkernen aber dafür höheren Basistakt entscheiden. Wenn ein ausreichendes Budget vorhanden ist kann man aber auch den höchstgetakteten Prozessor mit den meisten Prozessorkernen nehmen 😉

 

Die Hardware in der Übersicht

Gehäuse: Lian-Li PC-7NB

Netzteil: Seasonic Platinum 520, Fanless 520W

Mainboard: Supermicro X10SRA-F

Prozessor: Intel Xeon E5-1650V3

Prozessorkühler: Corsair Hydro H115i

Arbeitsspeicher: 4x 8GB Samsung M393A1G40DB0-CPB, DDR4-RAM, 2133MHz, Registered, ECC

Grafikkarte: PNY NVIDIA Quadro M4000

Festplatte SSD: Samsung 850 Pro 512GB

Optisches Laufwerk: LG BH16NS55

 

Der Zusammenbau

Lian-Li PC-7NB

Lian-Li PC-7NB

Das neue Lian-Li PC-7NB sieht von aussen schlicht und aufgeräumt aus. Hinter den Lüfteröffnungen vorne ist ein magnetisches Staubschutznetz angebracht. Dieses kann bei Bedarf abgenommen und gewaschen werden.

 

Lian-Li PC-7NB

Lian-Li PC-7NB

Die Power & Reset Knöpfe befinden sich an der Oberseite. Daneben, unter einer Klappe sind 2 USB 3.0 Anschlüsse sowie eine Kophörer- und eine Mikrofon-Buchse zu finden.

 

Lian-Li PC-7NB

Lian-Li PC-7NB

Das Gehäuse bietet grosszügig Platz und nimmt SSDs im 2.5 Zoll Format auf, ohne das irgendwelche Adapter nötig wären. Vorne sind 2 und hinten ist ein 120mm Lüfter vorinstalliert. Die Festplattenaufnahmen können beliebig angeordnet werden. Es werden 4 Stück mitgeliefert.

 

Seasonic Platinum 520 Fanless

Seasonic Platinum 520 Fanless

Netzteile sollten für die optimale Effizienzausbeute im alltäglichen Betrieb ca. mit 50% der maximalen Ausgangsleistung belastet werden. Deshalb macht ein stärkeres Netzteil hier keinen sinn. Das Seasonic Platinum 520W ist Lüfter- und Geräuschlos und bietet eine sehr hohe Energieeffizienz.

 

Einbau Netzteil

Einbau Netzteil

Das Netzteil findet im unteren Bereich Platz.

 

Corsair Hydro H115i

Corsair Hydro H115i

Um den Intel Xeon E5-1650V3 effektiv zu kühlen habe ich mich für die Corsair Hydro H115i entschieden.

 

Einbau Prozessorkühler

Einbau Prozessorkühler

Der Corsair Hydro H115i mit seinen zwei 140mm Lüftern passt nur ganz knapp ins Gehäuse. Der zusammenbau erwies sich als ziemlich knifflig. Grund dafür ist, dass der Radiator genau am Gehäuseboden aufliegt. Zudem passen die Bohrungen zwischen Gehäse und Radiator nicht zu 100% zusammen. Am Schluss waren zwar alle Schrauben da wo sie sein sollten, aber ich würde wirklich einen Radiator mit nur 120mm Lüftern empfehlen.

 

LG BH16NS55

LG BH16NS55

Günstig und gut. Der Blu-Ray Writer von LG.

 

Einbau BluRay Laufwerk

Einbau BluRay Laufwerk

Die 5.25 Zoll Laufwerke lassen sich Werkzeuglos montieren.

 

oberer Laufwerksschacht begrenzt nutzbar

oberer Laufwerksschacht begrenzt nutzbar

In den oberen 5.25 Zoll Schacht können nur sehr kurze Geräte wie z.B. Lüftersteuerungs-Panels etc. verbaut werden da die Verkabelung der Anschlüsse von der Oberseite hier im Weg stehen. Ich werte das als Fehlkonstruktion. Es stört aber weiter nicht wenn man sowieso nur ein 5.25 Zoll Gerät verbauen möchte.

 

Supermicro X10SRA-F

Supermicro X10SRA-F

Das Workstation Mainboard X10SRA-F von Supermicro bietet Platz für Intel Xeon E5-1600v3, E5-1600v4, E5-2600v3 oder E5-2600v4 Prozessoren und bis zu 256GB ECC DDR4 2133 MHz oder 2400 MHz RDIMM Arbeitsspeicher. Zudem ist ein Audiochip und dual Gigabit LAN Anschlüsse vorhanden. Ebenfalls sind 4 PCI-E 16x Anschlüsse für entsprechende Grafikkkarten vorhanden.

 

Supermicro X10SRA-F

Supermicro X10SRA-F

Keine Totenköpfe, keine bösen Augen, keine Plastikabdeckungen und keine LED Schriftzüge. Trotzdem CrossFireX support und ein solides, durchdachtes Boardlayout mit 5 Lüfteranschlüssen.

 

Intel Xeon E5-1650v3

Intel Xeon E5-1650v3

Der Intel Xeon E5-1650v3. Kompromisslose single thread Leistung, trotzdem starke multi thread Leistung und 4-Kanal DDR4-2133 MHz Speichercontroller.

 

Einbau Prozessor & Arbeitsspeicher

Einbau Prozessor & Arbeitsspeicher

Das Mainboard mit eingebautem Intel Xeon E5-1650v3 Prozessor und 32 GB DDR4 2133 Mhz RDIMM Arbeitsspeicher.

 

Einbau Mainboard

Einbau Mainboard

Im groszügigen Lian-Li Gehäuse lässt sich das Mainboard schnell und mühelos einbauen.

 

Samsung 850 Pro 512GB

Samsung 850 Pro 512GB

Ordentlich Speicherplatz und kompromisslose Performance mit der Samsung 850 Pro 512 GB SSD.

 

PNY Nvidia Quadro M4000

PNY Nvidia Quadro M4000

Profi Grafikkarte mit Solidworks zertifizierten Grafiktreibern undd genug Power für mittlere bis grosse Baugruppen. Auch mit eingeschalteten Eyecandys.

 

Einbau Grafikkarte und SSD

Einbau Grafikkarte und SSD

Fertig zusammengestellte Workstation mit allen Komponenten.

 

apple-quicktime

Tutorial: Apple Quicktime 7.7.9 per GPO deinstallieren

Vorgeschichte:

In Apple Quicktime 7.7.9 wurden am 14. April 2016 zwei kritische Sicherheitslücken (ZDI-16-241, ZDI-16-242) entdeckt. Diese ermöglichen es Angriefern, potentiell schadhaften Code einzuschleusen.

Die Sicherheitsfirma Trend Micro und das US-CERT des Department of Homeland Security empfehlen aus diesem Grund allen Windows Benutzern dringend Apple Quicktime zu deinstallieren. Grund dafür ist die Bekanntgabe von Apple, Quicktime für Windows nicht mehr weiter zu entwickeln bzw. auch keine Sicherheitsupdates mehr dafür zur Verfügung zu stellen. Damit ist die 7.7.9 für Windows die letzte Version der Software.

Die Deinstallation von Apple Quicktime sollte keine weiteren Einschränkungen mit sich bringen. Die Quicktime-Video-Formate werden von empfehlenswerten Mediaplayern wie z.B. dem VLC Player sowieso unterstützt.

Problem:

Ich habe bisher kein Tutorial gefunden wie man Apple Quicktime per GPO deinstallieren kann.

Lösung:

Also habe ich hier ein hoffentlich vollständiges Tutorial für die Deinstallation von Apple Quicktime 7.7.9 erstellt. Alle Schritte habe ich selbst so getestet.

Zuerst noch ein Paar Eckdaten zur Systemumgebung:

Domain Controller: Windows Server 2008 R2 SP1

Clients: Windows 7 Pro oder Ultimate x64 SP1

Deinstallierte Software Version: Apple Quicktime 7.7.9

 

1. Auf dem Domain Controller die Group Policy Management Konsole öffnen.

2. In der OU, in welcher die Computer Objekte liegen, eine neue OU erstellen. Diese könnte z.B. “SoftwareDeploymentTestOU” heissen.

3. Ein neues GPO erstellen. Dieses könnte z.B. “APP_UninstallAppleQuicktime779” heissen.

4. Das GPO folgendermassen editieren:

4.1 Computer Configuration –> Policies –> Administrative Templates –> System –> Logon –> Always wait for the network at computer startup and logon auf “Enabled” stellen.

4.2. Computer Configuration –> Policies –> Administrative Templates –> System –> Group Policy –> Startup policy processing wait time auf “Enabled” stellen und  “Ammount of time to wait (in seconds):” auf “30” stellen (“120” ist der default Wert)

4.3. die GPO wie folgt weiterbearbeiten: Computer Configuration –> Policies –>  Windows Settings –> Scripts (Startup/Shutdown) –> Startup

4.4. In der Registerkarte “Scripts” auf “Show Files” clicken und den geöffneten Ordnerpfad Kopieren. Dieser sollte so ähnlich aussehen: “\\domäne.local\SysVol\domäne.local\Policies\{XXXXXXXX-XXXX-XXXX-XXXX-XXXXXXXXXXXX}\Machine\Scripts\Startup

4.5. Das GPO schliessen.

5. Eine .txt Datei, sie könnte z.B. “UninstallAppleQuicktime779.txt” heissen, erstellen und folgende Zeilen reinschreiben. Die kryptischen Zahlen- und Buchstabenreihe steht in diesem Fall für die sogenannte GUID (Globally Unique Identifier) von Apple Quicktime 7.7.9. Die uninstall GUIDs können in der Windows Registry unter “HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Uninstall” oder falls es sich um einen 32-bit Installer auf einem 64-bit Windows handelt (wie in unserem Fall) unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Wow6432Node\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Uninstall gefunden werden.

Folgendes in die .txt Datei reinschreiben:

MsiExec.exe /uninstall {FF59BD75-466A-4D5A-AD23-AAD87C5FD44C} /passive /norestart

6. Das .txt file speichern und die Endung in .bat ändern.

7. Den Ordnerpfad von Punkt 4.4 öffnen und die .bat Datei von Punkt 6 reinkopieren.

8. Erneut das GPO “APP_UninstallAppleQuicktime779” bearbeiten: Computer Configuration –> Policies –>  Windows Settings –> Scripts (Startup/Shutdown) –> Startup

8.1. In der Registerkarte “Scripts” auf “Add…” klicken und die .bat Datei von Punkt 6 auswählen. Alles bestätigen und schliessen.

9. Das so erstellte GPO (bei mir heisst es “APP_UninstallAppleQuicktime779”) in die in Punkt 2 erstellete OU linken (bei mir heisst die OU “SoftwareDeploymentTestOU”)

10. Ein geeignetes Computer Objekt, zum testen in die “SoftwareDeploymentTestOU” moven.

11. Wenn alles geklappt hat, auf alle Clients ausrollen.